Fugen
Haben Sie schon einmal Terrassenplatten oder Pflastersteine verlegt, wissen Sie, um was es sich bei Fugen handelt. Die Zwischenräume zwischen den einzelnen Baumaterialien entstehen in der Regel automatisch. Sie können jedoch auch durch eine gewollte Anordnung Ihrer Polygonalplatten oder die Verwendung einer speziellen Fugenmörtel Farbe gestalterische Akzente setzen.
Geschlossene, offene und Flexationsfugen
Grundsätzlich lassen sich mit Fugen Spannungen zwischen Fliesen und Steinen ausgleichen. Zusätzlich können Sie möglichen Rissen vorbeugen. Im Allgemeinen gibt es drei Kategorien:
- Bei offenen Fugen handelt es sich um absichtlich offengelassene Zwischenräume zwischen zwei Bauelementen. Sie werden mit sogenannten Fugenbändern überbrückt. Dies ist eine übliche Vorgehensweise bei Hausfassaden, die im Nahhinein mit Riemchen und Verblendern oder einer anderen neuen Wandbekleidung ausgestattet werden. Eine offene Fuge lässt sich durch stufenweise Überschneidungen der Fassaden-Steinplatten zusätzlich sichern.
- Mit einer geschlossenen Fuge verhindern Sie das Eindringen von Nässe, Insekten und Schmutz. So bietet sie hinsichtlich der Faktoren der Durchfeuchtung, Wärmedämmung oder Sichtbarkeit der Unterkonstruktion einen besseren Schutz als eine offene Fuge.
- Sogenannte Flexationsfugen sind auch als Dehnungs- oder Bewegungsfugen bekannt. Sie bleiben zunächst offen, werden jedoch mit Fugenprofilen wie Blechen oder Bändern ausgefüllt. Durch diese Flexibilität können Sie Polygonalplatten oder Pflastersteine unterschiedlicher Ausdehnung miteinander verbauen, ohne dass die Materialien langfristig Schaden nehmen. Ein weiteres Beispiel für Dehnungsfugen sind die Fliesenfugen (intern verlinken), die die Abschlüsse einer Fliesenwand im Badezimmer bilden.
Möchten Sie Terrassenplatten verlegen und sind auf der Suche nach Hinweisen zur richtigen Vorgehensweise, treffen Sie möglicherweise auf weitere Fachbegriffe.
- Bei Schattenfugen handelt es sich um den Zwischenraum zwischen zwei Bauelementen, die absichtlich versetzt angeordnet sind.
- Scheinfugen sind auch unter den Begriffen Schwindfugen oder Sollreißfugen bekannt. Mit ihnen leiten Sie eine beabsichtigte Rissbildung bei der Verlegung verkürzter Baumaterialien ein.
- Primär im Straßenbau werden Pressfugen verwendet. Sie separieren komplette Betonplatten (intern verlinken), ohne einen Fugenspalt entstehen zu lassen. So wird eine Ausdehnung der Platten durch Temperatureinflüsse verhindert.
Wie breit dürfen Fugen sein?
In Ihrem eigenen Garten steht Ihnen selbstverständlich alles offen. Hier können Sie entscheiden, mit welchem Fugenmörtel Sie Ihre Fugen füllen möchten und wie breit diese sein sollen. Im öffentlichen Bauwesen bzw. bei Fliesenfugen in Ihrem Badezimmer sind Fugenbreiten nach der Norm DIN 18 157 vorgegeben. Danach bestimmte sich die Fugenbreite nach der Seitenlänge der verwendeten Fliese.
- Bis zu einer Maximallänge von 150 Millimetern sollte die Fuge etwa zwei Millimeter messen.
- Sind die Seiten der Fliesen länger als 150 Millimeter, werden Fugenbreiten zwischen zwei und acht Millimetern angegeben.
Achten Sie auch darauf, dass nicht jeder Fugenmörtel auf jede Fugenbreite abgestimmt ist. Einige Hersteller geben die empfohlenen Fugenbreiten für ihren Mörtel auf der Verpackung an. So können Sie die perfekte Fugenbreite aus dem Unterschied zwischen Nennmaßen und Herstellermaßen errechnen.
Auch die Optik spielt bei Fugen eine wichtige Rolle. Grundsätzlich sorgen schmalere Fugen für ein ruhiges Gesamtbild und breitere für eine rustikale Wirkung.
Womit schließen Sie Fugen richtig?
Auch beim Mörtel für den Verschluss der einzelnen Scheinfugen oder Schattenfugen gibt es für die Baubranche bestimmte Vorgaben. So müssen Dichtstoffe für Außenwandfugen zu mindestens 25 Prozent verformbar sein, um äußere Spannungen auszugleichen.
Demgegenüber kann für Arbeitsfugen oder Pressfugen starrer Fugenmörtel von unter 25 Prozent verwendet werden, sofern kein Bewegungsausgleich erforderlich ist.
Sie müssen zwar nicht Ihre Fugen füllen. Doch der passende Mörtel zwischen Ihren Natursteinen bringt Ihnen zwei Vorteile:
- Höhere hygienische Standards
- Ausgleich von Differenzen bei der Messung
Bei der Verlegung von Polygonalplatten oder Terrassenplatten aus Naturstein verhindern Sie Frostschäden durch wasserdurchlässigen Fugenmörtel mit Silikon. Zunächst sollten Sie die Fuge nass reinigen und komplett austrocknen lassen. Bevor Sie die Fugen füllen, kleben Sie noch Ihre Pflastersteine ab, um eine mögliche Fleckenbildung zu verhindern. Verwenden Sie zur Füllung eine Spritze und bringen Sie die Fugenmasse diagonal zur Anordnung der Fugen auf.
Entscheiden Sie sich, welche Farbe es sein darf. Bleiben Sie beim Farbton der Schieferplatten, sorgen Sie für einen unauffälligen, harmonischen Gesamteindruck. Mit sehr viel hellerem oder dunklerem Mörtel als es Ihre Granitsteine sind, schaffen Sie eine akzentuierte, auffällige Optik. Als dritte Option können Sie in Ihrem Außenbereich Ihre Fugen auch komplett ungefüllt lassen.